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Datenschutz: Das öffentliche Leben im Social Web
Sind die Einstellung für die Privatsphäre bei Facebook und Co. absichtlich schwer zu durchschauen?
Laut Bruce Schneier sind die Nutzer von Google und Facebook nicht die Kunden sondern eine Ware.
Seit aufkommen von Social Web Communities ist der Datenschutz eines der meist diskutierten Themen im neuen Webzeitalter. Die Summer School on Network & Information Security, die zur Zeit auf der Insel Kreta durchgeführt wird, ist dies ebenfalls ein großes Thema. Bruce Schneier ist der Chief Security Officer der BT (British Telekom). Er sieht die Probleme in der Tatsache, dass das Leben sich von einem sozialen Umfeld in ein sozial-technologisches Feld bewegt. Durch das Social Web und im Besonderen Google, Facebook und Co. ist das Leben definitiv öffentlicher geworden, so der Spezialist.
Die Menschen sind es von jeher gewohnt, anderen Menschen in einer sozialen Umgebung bestimmte Dinge anzuvertrauen. Was man privat halten will und was nicht, wird meistens kurzfristig entschieden. Hinzu kommt noch, dass Plattformen wie Facebook für junge Menschen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Man kann zwar vorher entscheiden, welche Daten öffentlich sind und welche nicht, doch die Privacy Einstellungen sind, nach Vermutung des Experten, absichtlich umständlich zu erreichen und verwirrend. Damit bringt Schneier die Schwierigkeit auf den Punkt.
Durch das moderne Web ist plötzlich viel einfacher geworden, private Daten zu sammeln und zu monetarisieren. Man hinterlässt überall seine Spuren und in sozialen Datennetzen ganz besonders viele. Leider haben Google und Facebook ein rein geschäftliches Interesse an den Informationen der User. Man ist nicht nur der Kunde, sondern auch gleichzeitig die Ware, die von den Unternehmen angeboten wird. Besonders Werbetreibende sind sehr an empfindlichen Kundendaten interessiert und bezahlen sehr viel Geld für diese Dienstleistung.
Junge Menschen stehen unter einem gewissen Druck, bei solchen Plattformen mitzumachen. Manchmal ist dies der einzige Weg um mit Freunden zu kommunizieren oder auf dem Laufenden zu bleiben. Das ein Teil des Lebens einfach öffentlich gelebt wird, entwickelt sich mehr und mehr zu einer Normalität. Wie sehr man dann in der Öffentlichkeit steht, ist den meisten Nutzern leider nicht bewusst. Die Einstellungsmöglichkeiten auf Facebook sind sehr unverständlich und schwierig zu erreichen, schon gar nicht spezifisch. Entweder alle können alles sehen, oder keiner nichts. Laden Freunde etwas über die eigene Person hoch, liegt dies sogar völlig außerhalb der Kontrolle.
Laut Schneier sei eine Regulierung dringend nötig. Die Gesellschaft sollte eine weitere Entwicklung in diese Richtung nicht länger zulassen.




