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Paid Content - 105000 zahlende Kunden für die Times

Die Times hat den ersten Schritt gewagt und freut sich seit Sommer 2010 über 105000 zahlungswillige Kunden.


Branchenexperten haben prognostiziert, dass eine Abwanderung der Leser zu erwarten sei, wenn die New York Times die Online Inhalte nur noch als Paid Content verkaufen würde. Die Ergebnisse der ersten Auswertung belegen das Gegenteil. Die Times und die Schwester Sunday Times, haben seit Sommer 105.000 zahlende Kunden gewinnen können. Dies ist ein ganz klarer Startschuss für alle anderen Pressehäuser, auch ihr Angebot auf Paid Content umzustellen.

Holger Kansky, Referent Multimedia beim BDZV erklärt, dass er glaubt, dass das Ergebnis aus England wie ein Startsignal auf andere Zeitungs- und Nachrichtenverlage wirken könnte. Auch deutsche Verlage könnten durch den durchschlagenden Erfolg von Paid Content zu einer Systemumstellung ermutigt werden. Im Internet würde sich deutlich erkennbar eine Art von Bezahlkultur entwickeln, die auch von anderen Newsanbietern genutzt werden könnte.

Rebekah Brook von News International, der Londonausgabe von der News Corporation gibt an, dass immer mehr Menschen bereits wären, für qualitativ hochwertigen Journalismus zu bezaheln. Die erhaltenen Zahlen der Times sind ein deutlicher Beweis dafür. Die Hälfte der 105000 Nutzer seien Gelegenheitskäufer, während die andere Häflte die News im Aboverfahren auf ihren Rechner oder ihr mobiles Endgerät geschickt bekommen.

Zusätzlich zu den Nutzern des elektronischen Dienstes gibt es noch 100000 Abonnenten des Printmediums. Diese bekommen automatisch einen kostenfreien Zugang zu den Onlineangeboten der Zeitung. Die Umstiegsrate der Kunden zum Paid Content im Web liegt bei beeindruckenden 70 Prozent. Experten warnten zuerst vor einer Umstellung auf bezahlte Inhalte, da man befürchtete, dass die Kunden zu einem anderen Presseportal abwandern, wo die News kostenlos zur Verfügung stehen. Die Angst lag darin, Stammleser zu verschrecken.

Es gilt abzuwarten, ob der Erfahrungsbericht der Times tatsächlich eine Welle der Nachfolger auslösen wird. Ob weitere Häuser auf Paid Content umstellen, gilt abzuwarten. Klar ist aber, dass dieses System besser funktionierte, wenn mehr Anbieter nur noch Inhalte gegen Bezahlung abgeben würden. Viele User haben immer noch die Möglichkeit auszuweichen.