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Software gestaltet Werbung: Kreative Ade? oder Abstieg in die Zweitklassigkeit

Derzeit sorgen Entwickler aus Frankreich mit einer Software für Aufsehen, welche selbstständig Werbung gestalten kann. Schon seit Jahrzehnten beschäftigt die Branche sich mit der Frage, ob der Computer kreative Entwicklungen durchführen kann. Mit der Software CAI, Creative Artificial Intelligence, veröffentlicht BETC Euro RSCG nun ein Programm, welches den Computer zu kreativer Arbeit veranlassen kann, für die man normalerweise einen Menschen benötigt.

Die Software berücksichtige sogar die Zielgruppe, das Produkt und die voraussichtliche Wirkung der Werbekampagne. Als erstes müsse man dem Programm sagen, für welche Kategorie die Werbung erstellt werden soll. Dann legt man das Ziel fest und stellt anhand demographischer Kriterien die Zielgruppe ein. Mögliche Ziele sind höhere Verkaufszahlen, Aufmerksamkeit oder Kundenloyalität.

Die Ergebnisse, die CAI liefert, seien zwar recht einfach gehalten, doch könne man damit absolut praxistauglich arbeiten. 200.000 unterschiedliche Versionen einer Werbung können erstellt werden und diese brauchen sich nicht vor großen Plakatwänden zu verstecken.

Natürlich gibt es sofort ein amüsiertes Aufregen in der Branche, doch wenn die Software dann innerhalb kurzer Zeit die selben mittelmäßigen Ergebnisse liefere, die man immer wieder von zweitklassigen Agenturen erhalten würde, dann verstummen die meisten recht schnell wieder, so Stephane Xiberras, Präsident von BETC Euro RSCG.

Innerhalb kurzer Zeit könnte die Software bereits zu einem viel genutzten Hilfsmittel für Werbeagenturen und Unternehmen werden. Menschen und deren Kreativität wären durch die Software natürlich nicht zu ersetzen, aber mit CAI sieht man zumindest, wie man es in der Werbung nicht machen sollte. Dies ist ein schwacher Trost, dass wir auch in einigen Jahren noch selbst entscheiden können, was gut und was schlecht ist.