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Wenn einer glücklich ist und die anderen dann auch ...

Laut dem amerikanischen Mediziner und Soziologen James H. Fowler und dem Politologen Nicholas A. Christakis, ist das Glücksgefühl in Social Networks ansteckend. Zumindest behaupten sie dies in ihrem neuen und gerade erschienenen Buch: "Connected! Die Macht sozialer Netzwerke und warum Glück ansteckend ist".

Anhand der Mitgliederzahlen sozialer Netzwerke wie Myspace, Facebook, Xing oder Studi.vz, kann man sich bedenkenlos der Annahme hingeben, dass die These der beiden Männer stimmt. In einer Gesellschaft, die zunehmend in großen Städten auf geballtem Raum wohnt und trotzdem vereinsamt, ist es nicht verwunderlich, dass Menschen Gebrauch von Kontaktmöglichkeiten machen, die ihrem Leben etwas Positives hinzufügt.

Der Clou der Plattformen ist, dass einzelne Mitglieder sich nicht nur präsentieren können, sondern auch direktes Feedback auf all ihre Handlungen bekommen. Schreibt man in seinem Blog oder in den Mailverteiler, dass man auf ein Konzert eines bestimmten Musikers geht, erhält man innerhalb kurzer Zeit passende Antworten seines Netzwerkes. Man wird gehört und gesehen und das bereitet den Nutzern Freude. Heutzutage kann jeder ein Star sein, oder nicht? Wo sonst bekommt man unmittelbare Reaktionen auf die Dinge, die man macht, entwirft, schreibt oder fotografiert? Es gehört zum Leben im Jahre 2010 dazu, Communities zu pflegen und die Netzwerke auszubauen. Allein auf xing.com, haben sich unzählige Unternehmer und Freiberufler angemeldet, um weltweite Verbindungen aufzubauen und somit die Chance auf eventuelle Zusammenarbeiten zu bekommen.

Die beiden Schriftsteller setzen die These auf, dass man durch seine Netzwerkaktivitäten nicht nur seine Freunde beeinflusst, sondern auch die Freunde der Freunde und deren Freude dann letztendlich auch. Wie ein Geflecht aus Nervenbahnen sind die einzelnen Teilnehmer der Community miteinander verbunden und geben sich gegenseitig unterschiedliche Impulse. Es sei notwendig, so Christakis und Fowler, dass man sein Netzwerk verstehen muss, um sich selbst zu verstehen. Der freie Wille sei eventuell sowieso nur Einbildung, verbreitet Christakis seine Ansichten. Das Kollektiv stehe im Web 2.0 im Vordergrund und bringe positive, als auch negative Eigenschaften mit sich. Das Netzwerk ermögliche den Nutzern durch die gemeinsame Kraft, das leichtere Abnehmen oder die Aufgabe der Zigarettensucht, während der Verlust des Individuums als negativ betrachtet werden kann. Es soll Menschen geben, die sich nur noch nach den Vorgaben der Social Networks verhalten und ihr Leben komplett auf die Bedürfnisse der Gemeinschaft einstellen.

Trotzdem ist der Kanon des Buches kein Endzeitszenario. Der Computer wird niemals die komplette Gewalt über den Menschen gewinnen, da ihm erst der Nutzer das vermeintliche Leben einhaucht und die Netzwerke mit Informationen füllt, die sie zum lebendig Wirkenden Organismus werden lassen. Das Denken wird immer der Zentrale Punkt beim Menschen sein und dies können Computer auch in zweihundert Jahren nicht übernehmen.