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Zahl der Beschwerden zu Werbekampagnen steigt

Die Internetwerbung zieht immer mehr Kritik an. Menschen beschweren sich über ein zu hohes Maß an Alkohol, Sexismus und Gewalt in den Spots und Kampagnen.

Die Anzahl der eingegangenen Beschwerden über Werbekampagnen ist sprunghaft angestiegen. Im ersten Halbjahrs 2010 wurden 30 Werbeaktionen von Protesten begleitet. Ein Drittel der Werbung kommt im Internet vor und wird nur noch knapp von Außenwerbung (34) und TV-Werbung (31) übertroffen.

Volker Nickel vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft scheint dies gelassen zu nehmen. Der Trend sei auf keinen Fall besorgniserregend. Das Beschwerdesystem wurde so vereinfacht, dass Menschen über das Internet eventuelle Einwände an das Gremium des Werberats versenden konnten. Oftmals sind es Kampagnen kleinerer Unternehmen, die sich der Kritik der Internetnutzer aussetzen müssen. Im Prinzip ließe sich dies an ein Randphänomen einstufen.

Man beobachte die Entwicklung trotzdem sehr akribisch, erklärt Nickel. Das Maß befinde sich zwar in einer weit unten angelegten Problemzone, doch man nehme alle Beschwerden ernst. Alle eingehenden Proteste verteilten sich zusätzlich noch auf Firmenseiten, Onlinedienste mit geschalteter Werbung, Netzwerke oder Suchmaschinen.

Der Werberat musste über 157 Kampagnen entscheiden, die von der Bevölkerung gemeldet wurden. Dies sind 7 Prozent mehr, als im Vorjahr. In 49 Fällen musste man den Beanstandungen der Bürger zustimmen. Immerhin 32 Aktionen wurden direkt nach den Einwänden eingestellt, während man in 5 Fällen mit einer Rüge auf einen Mangel an Einsicht aufmerksam machen musste.

Der Großteil der Kampagnen würdigt das Bild der Frauen herab und sei deswegen nicht geeignet, für ein Produkt, welcher Art auch immer, zu werben. Danach folgen Alkohol und Gewalt.