Retargeting

Wer sich häufig durch Internet bewegt, womöglich auf der Suche nach Produkten, der wird feststellen, da kürzlich angesehene Artikel auf anderen Seiten immer wieder auftauchen. Das Auftauchen kürzlich angesehener Produkte auf Seiten mit Werbeflächen wird Retargeting genannt. Die Seite selbst muss nicht zwingend in Verbindung mit dem Produkt stehen, denn die Werbung wird auf Basis gesammelter Daten, die ein Nutzer online hinterlässt, geschaltet. Targeting bietet sowohl Vorteile als auch Nachteile für Käufer und Verkäufer, dennoch hat es sich bei vielen Unternehmen, die im Internet ihre Produkte anbieten, als fixer Bestandteil im Marketing etabliert.

Ein Produkt auf der Suche nach Kunden

Um Retargeting zu veranschaulichen, hilft ein einfaches Beispiel wie der Kauf eines neuen Fernseher. Angenommen ein Nutzer informiert sich online über Geräte, vergleicht diese und durchstöbert Shops. Anschließend verlässt er den Shop wieder und informiert sich über ein anders Thema auf einer Seite, die beispielsweise Bannerwerbung von Dritten schaltet und plötzlich ist dort der gerade angesehen Fernseher wieder zu finden. Der Grund für diese Werbung ist, dass der Nutzer im Internet seine Spuren hinterlässt, die häufig sogar bewusst. Bestimmte Seiten erfordern etwa das Zulassen von Cookies, die Informationen über den Seitenbesuch sammeln. Besonders häufig kommt dies bei Shops vor, die etwa Daten über angesehen Produkte sammeln und vergleicht ein Nutzer etwa mehrere Fernseher miteinander oder klickt er bestimmtes Produkt werden diese Informationen ebenfalls gesammelt. Verlässt der Kunde den Shop wieder, liegt es natürlich im Interesse des Betreibers, dass der Kunde auch kauft und mittels gesammelter Informationen wird über das Retargeting dem Kunden immer wieder Werbung passend zu seinem Surfverhalten im Shop angezeigt. Absatzportale wollen dadurch verhindern, dass ihnen Kunden verloren gehen und durch das wiederholte Anzeigen kürzlich angesehener Artikel sorgt dafür, dass das Produkt im Gedächtnis des Konsumenten bleibt.

Technische Voraussetzungen

Technisch ist Retargeting verhältnismäßig einfach umzusetzen, denn die Betreiber der Shops müssen nur entsprechende Cookies setzen. Cookies verfolgen das Verhalten von Nutzern, meist anonym jedoch etwa mit IP-Zuordnung. Kunden können mit den gesammelten Daten nur innerhalb von sogenannten Retargeting Netzwerken beworben werden. Auf allen Seiten, die Teil dieses Netzwerkes sind und entsprechende Werbeflächen zur Verfügung stellen, kann nun der Kunde anhand der über die Cookies gesammelten Daten beworben werden.

Pro und Kontra Retargeting

Retargeting bietet für Shopbetreiber den Vorteil, dass Kunden, die vielleicht erst in Ruhe Artikel vergleichen möchten, nicht vergessen das Produkt später auch zu kaufen. Sind Shops durch das Targeting präsenter als andere, ist die Wahrscheinlichkeit auch höher, dass der Konsument das Produkt genau bei diesen Betreibern kauft. An Retargeting gibt es jedoch besonders vonseiten der Datenschützer Kritik, den das Verhalten eines Nutzers online wird, wenn auch anonym überwacht und konkret für das Marketing heran gezogen. Vielen Nutzern ist es dies häufig nicht direkt bewusst, denn werden Cookies einmal erlaubt, läuft dieses ständig im Hintergrund mit. Immer mehr Kunden sind ebenfalls vom Targeting nicht begeistert, da sie sich ausgespäht fühlen. Dieses Gefühl entsteht, wenn das Retargeting übermäßig für das Marketing verwendet wird. Ein weiteres Problem, das Retargeting mit sich bringt, ist das die gesammelten Daten oft nicht dem üblichen Surfverhalten entsprechen. Ist ein Nutzer beispielsweise auf der Suche nach einem Geschenk, kann es sein, dass aufgrund von Retargeting immer wieder Artikel, die als Geschenk für einen Dritten sind, angezeigt werden.

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